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Meistergrade und ihre Bedeutung
1. Dan (Sho-Dan)
Der erste Dan bedeutet Anfang, Ausgangspunkt und kündet von Einsamkeit, Isolierung im Erfolg, ist aber auch von Egoismus und Egozentrik gekennzeichnet. Paranoide Tendenzen können bei denen auftreten, die beim ersten Dan stehenbleiben. Er bedeutet aber auch aufgerufen zu sein, vorrangige Stellungen einzunehmen und das eigene Glück der gemeinsamen Sache zu opfern.
An den positiven Eigenschaften werden dem Kohai in dieser Zeit zugesprochen, zielstrebig und erfolgreich zu sein, sowie mit einer guten Konzentrationsfähigkeit ausgestattet, schöpferisch, Neuem gegenüber aufgeschlossen, energetisch, vertrauenswürdig und begeisterungsfähig.
Negativ sind in dieser Zeit die Impulse dieser Budoka, hartnäckig, aggressiv und herrschsüchtig zu sein und wenig Bereitschaft zur Zusammenarbeit zu zeigen, so wie die mangelnde Fähigkeit, tiefe Freundschaften zu schließen.
Der erste Dan ist der schwerste, aber auch der, mit dem man am schnellsten aufsteigen kann, denn durch ihn ist man dazu berufen, seine Pläne zu verwirklichen, zu leiten und aufzurichten. Er verleiht Ansehen und man wird ein Anführer oder ein Meister.
2. Dan (Ni-Dan)
Dieser Dan ist das Symbol der Zweiheit, des Doppelten, das sein Positives und Negatives in sich trägt, sein Männliches und sein Weibliches. Der Träger des zweiten Dan ist der treue, seinem Meister ergebene Diener. Er ist derjenige, der durch Bescheidenheit und Beständigkeit den Erfolg der begonnen Ausbildung ermöglichen wird.
Die Budoka werden in dieser Zeit, als sanft, liebenswürdig, ausgeglichen, gewissenhaft, bescheiden und diplomatisch beschrieben, mit ausgeprägten, intellektuellen Fähigkeiten, aber ohne eigentliche schöpferische Anlage, bedingt durch den Gehorsam gegenüber dem Lehrmeister.
Negative Eigenschaften während des zweiten Dan sind etwa, wankelmütig und zögerlich zu sein, ein besserer Untergebener als eine Führungspersönlichkeit, die gelegentliche Neigung zu Grausamkeiten, beim Training und zur Arglist bei Prüfungen, um sein Ziel zu erreichen.
Der Weg des zweiten Dangrades ist für seinen Träger ein langsamer, ruhiger und leichter Weg zur Verbesserung seiner Lehrfähigkeit. dieser Weg kann sehr weit führen, wenn man mutig und ausdauernd mit seinem Lehrauftrag neue Wege geht. In dieser Gruppe der Danträger findet man viele Gleichgesinnte und Freunde, wenn eigene Interessen als sekundär betrachtet werden.
3. Dan (San-Dan)
Dieser Dan gilt als das Sinnbild für das Gleichgewicht der guten und bösen Kräfte des Ichs. Er steht für die Rückkehr zu Frieden, Ruhe und Harmonie, nach einer Periode von Freuden und Kümmernissen. Er hat die Macht, Positives in Negatives oder Negatives in Positives umzuwandeln, um das Gleichgewicht herzustellen.
Als hochbegabt, phantasievoll, vielseitig, energisch, lebendig, geistreich und erfolgreich, stolz und innerlich unabhängig, stellen sich die Sensei - so die Bezeichnung ab dem dritten Dan - dar, mit einem ausgeprägten Sinn für die Gemeinschaft.
Negativ werden sie dahingegen als diktatorisch, launenhaft, ruhelos und gefallsüchtig beschrieben und als unfähig, sich auf eine Sache zu konzentrieren oder etwas ernst zu nehmen.
Dieser Weg ist für den Träger ein fröhlicher und lebendiger Weg, der jedoch auch ermüdend, oberflächlich und gefährlich sein kann, wenn er seine Lehrmethoden nicht weiterentwickelt. Der dritte Dan verlangt, dass sich sein Träger erfinderisch und wißbegierig zeigt und Probleme lösen kann.
Dieser Weg führt auch meist zum schnellen Aufstieg, Ruhm und Ehre, ist aber auch gekennzeichnet, von plötzlichem Verlust dieser ideellen Werte, aufgrund eines spontanen Einfalls oder einer impulsiven Handlung.
4. Dan (Yon-Dan)
Der vierte Dan im Budo symbolisiert das Materielle, Konkrete und Solide. Er wird deshalb als besonders solide betrachtet, da er die materielle und spirituelle Vollkommenheit besitzt. Man kann ihn deshalb auch als „männlich“ und „weiblich“ zugleich interpretieren.
Erdverbunden, praktisch, fleißig, ruhig und ausdauernd ist der Budoka des vierten Dan, von organisatorischer Begabung in bezug auf die Lehrfähigkeit und gesellschaftlich angesehen.
Gleichzeitig wird er jedoch auch als phantasielos, wenig anregend, zeitweise schwerfällig und mißtrauisch beschrieben, als ernst, mit einer Anlage zur Melancholie und zu Gewaltausbrüchen, da jeder Erfolg hart erkämpft werden muß.
In dieser Phase wird der Weg des Budo als ein ernsthafter, regelmäßiger und strenger Weg bezeichnet, ähnlich wie eine schöne Straße mit gut beschilderten Kreuzungen - und dem Polizisten, die diese Straße überwachen. Hierzu gehören u.a. die ständigen Fortbildungslehrgänge und Prüfungen.
Wenn es dem Träger des vierten Dangrades gelingt, sich auf diesem Wege zu stabilisieren, kann er es zu hohen Auszeichnungen bringen und damit sein gesellschaftliches Ansehen fördern. Auch der materielle Erfolg wird davon nicht ausgeschlossen sein.
5. Dan (Go-Dan)
Dieser Grad steht für das gesamte Budo-Leben, denn er repräsentiert die Bewegungen - die Kraft, Ausdauer, Gewandtheit, Schnelligkeit und Freiheit. Die Zahl 5 steht auch für die fünf Zweige (Arme, Beine, Kopf), die aus dem Mittelpunkt des Menschen (Rumpf) herauswachsen und in fünf verschiedene Richtungen zeigen. Fünf ist die Zahl, die den gesamten Ablauf des Lebens symbolisiert und durch die fünf Wandlungsphasen beschrieben wird. Mit dem fünften Dangrad überschreitet der Meister die Schwelle zum höheren Wesen.
Positiv stellen sich die Übenden in dieser Zeit als intelligent, sympathisch, reisefreudig, risikobereit, beweglich, vielseitig, unterhaltend, begeisterungsfähig und geschäftstüchtig dar.
Negativ zu sehen sind die Eigenschaften wie undurchschaubar, ungeduldig, aufbrausend und genußsüchtig zu sein, mit der Neigung zu riskanten Spielen und Spekulationen. die negative Erwartungshaltung des Trägers kann zu einem gefährlichen Lebenswandel führen, in dem Exzesse und Ausschweifungen nicht auszuschließen sind.
Der fünfte Dan birgt sehr viele Risiken in sich und ist oft gefährlich in bezug auf sportliche und private Übertreibungen. Der Träger hält nicht das Ungefähre, die Kleinigkeit oder die Mittelmäßigkeit aus und wenn er nicht die nötige Härte gegen sich und andere besitzt, wird ihm viel Leid zugefügt werden.
Der Wunsch, sich mit „Haut und Haaren“ für eine Sache einzusetzen, birgt Gefahren für Unfälle oder Krankheiten. Der fünfte Dan verlangt deshalb von seinem Träger eine ausgewogene Pflege seiner Gesundheit, damit sich auch auf diesem Teil seines Weges Erfolge einstellen.
6. Dan (Roku-Dan)
Schönheit, Harmonie, Vollkommenheit der Technik und auch des Charakters werden mit dem sechsten Dan in Verbindung gebracht, Verankerungen von Tradition, Meditation, Konzentration und Intuition sind in ihm enthalten. Dies gilt im besonderen für die eigene Entwicklung der Persönlichkeit.
Harmonisch, familienbewusst, friedlich, zuverlässig, ehrlich, tüchtig und idealistisch sind die nun Shihan (Großmeister) genannten. Hervorragende Psychologen und Pädagogen in Wort, Schrift und allen Handlungen.
Dennoch zeigen sie sich in dieser Zeit auch zu konservativ, mit wenig Sinn für materielle Dinge, als selbstgefällig erscheinen sie manchmal auch eingebildet, mit einer Neigung zum Perfektionismus ausgestattet, bisweilen zu großzügig, können sie für andere bis zum „Martyrium“ gehen.
Der sechste Dan verlangt von seinem Großmeister, dass er sehr gewissenhaft und aufmerksam ist, um Parasiten und Intriganten von sich zu halten, da diese zu viel Substanz kosten würden. Dazu muß er sich und andere gut kennen und fähig sein, aus Erfahrungen zu lernen.
Der Weg des sechsten Dan birgt plötzliche Veränderungen und unvorhergesehene Wendungen, aber auch oft unverhoffte Glücksmomente, die den Träger mehr als ausreichend dafür entschädigen, was Neid, Intrigen, Krankheiten oder Verletzungen ihm zugefügt haben.
7. Dan (Shichi-Dan)
Dieser Dan ist das Symbol der einmaligen Chance, der ungewöhnlichen Glücksmöglichkeit und außerordentlichen Freiheit, die die Notwendigkeit mit sich bringt, wachsam und diszipliniert zu sein, damit der Träger nicht in das „Nichts“ zurückfällt.
Würdig, selbstbeherrscht, intelligent, phantasievoll und opferbereit, wissenschaftliche und philosophische Neigungen sowie Sinn für Mystik, so die positiven Eigenschaften des Übenden während des siebten Dan.
Jedoch auch als zu ernst und wenig humorvoll, pessimistisch, unnahbar, wenig taktvoll, mit einer Neigung zum Düsteren und Ausgefallenen sowie unfähig, seine guten Gedanken präzise auszudrücken.
Dieser Weg ist ein Weg zu großer Spiritualität und zu selbstlosen Erfolgen. Der Träger des siebten Dan kann ein großes Schicksal erleben, wenn er materielle Dinge als sekundär betrachtet. Meditation und Introspektion begleiten ihn auf seiner spirituellen Suche.
Dieser Abschnitt im Budo-Leben ist im allgemeinen ein begeisternder Weg, gekennzeichnet von bedeutsamen Freundschaften und großartigen Begegnungen, aber auch von einer gewissen Angst vor Leben und Tod beeinflußt.
8. Dan (Hachi-Dan)
Der Inhaber des achten Dan beginnt nun, auf dem Weg der Erkenntnis zu wandeln. Dieser neue Weg konfrontiert den an einen bestimmten Lebensrhythmus gewöhnten Großmeister mit anderen Lebenseinstellungen. Willentlich oder aufgrund eines besonderen Ereignisses ändert er seine bisherige Lebensart.
Als stark, widerstandsfähig, praktisch mit der Fähigkeit zum wirtschaftlichen Denken zeigt sich der Budoka jetzt, erfolgreich durch große Anstrengungen, vorsichtig und zäh in seinen Bemühungen.
Es sind jedoch auch negative Eigenschaften festzustellen und dann scheint der Übende hart, selbstsüchtig, materialistisch, schwerfällig und skrupellos zu sein, er läßt seine Schüler lange im Unklaren und der Wille zur Rebellion ist ihm anzumerken.
Mit dem achten Dan beginnt ein Teil des Weges, der zu einem brillanten oder zu vielen neuen Erfolgen führen kann. Der Budoka hat die Wahl, entweder einige Abschnitte des bisherigen Weges zu wiederholen oder verschiedene Abzweigungen zu wählen, indem er sich in mehreren Disziplinen versucht.
Man kann diesen Teil des Weges als einen großen Platz ansehen, von dem mehrere Streckenabschnitte abzweigen. Es ist ein Weg der Begeisterung, der ehrgeizigen Impulsivität und des Wunsches nach Erfolg und auch des rechtzeitig erkannten Irrtums.
9. Dan (Ku-Dan)
Dieser gilt als Symbol des Idealismus und des Edelmuts. Er bedeutet die Suche nach Vollkommenheit und Streben nach den spirituellen und geheimnisvollen Kräften. Er bedeutet das Überschreiten der „kosmischen Schwelle“, den Zugang zum ersten Grad der kosmischen Erkenntnis. Er beinhaltet auch das Traumhafte, das Poetische sowie die Sublimierung des innerlichen Antriebes.
Als idealistisch, hellsichtig, leidenschaftlich, hilfreich, romantisch und charmant erweist sich ein Budoka des neunten Dan als willensstark, begeisterungsfähig und inspirierend - eine Person mit hohen spirituellen Eigenschaften.
Negativ erscheint dieser Mensch jedoch als zu impulsiv und intolerant, hartherzig, selbstgefällig und egozentrisch.
Dieser Weg führt zu höherer materieller und spiritueller Vollkommenheit. Er ist der große und herrliche Weg derer, die ihre Phantasie arbeiten lassen können. Wer diesem Weg folgt, wird andere Welten entdecken, vorausgesetzt, er „schnürt sein Bündel rechtzeitig“. Dieser Weg ist der Weg der freien und ungewöhnlichen Entfaltung.
Die Aufgabe des Inhabers des neunten Dan ist, anderen Meistern bei ihrer Selbstfindung zu helfen, obwohl er dabei alleine bleiben muß. So wird ihm Ruhm, Ehre und Vermögen zuteil, wo er es am wenigsten erwartet.
10. Dan (Yu-Dan)
Der zehnte Dan ist die höchste Meisterstufe in den meisten Budorichtungen, die Glück, Erfolg, Ehre und Vermögen eines wahren Meisters in bezug auf seine seelischen, geistigen und körperlichen Fähigkeiten darstellt. Er repräsentiert Begehrlichkeit, große Willenskraft, Festigkeit, Kühnheit, Kaltblütigkeit, Frechheit und Sicherheit. Intuitiv, mit der Fähigkeit zum intensiven Erleben ausgestattet, erscheint der Inhaber dieses Dangrades als eine sehr starke Persönlichkeit, vital und von großem moralischen Mut, mit hohen spirituellen Leistungen auf allen Gebieten.
Ein Meister des zehnten Dan kann jedoch auch als zu impulsiv und intolerant, zeitweise hartnäckig und schwerfällig, mit einer Neigung zu diktatorischer Erziehung mit überharten Strafen empfunden werden.
Der zehnte Dan verleiht seinem Inhaber Autorität, physische und psychische Kraft, Stärke und Robustheit sowie schöpferischen Geist. Sinn für Größe, natürlichen Stolz, Würde und schnelle Auffassungsgabe kombiniert mit Weitblick sind die herausragenden Merkmale solcher außergewöhnlichen Persönlichkeiten.
Autor ist uns leider unbekannt