In unseren Trainings tauchen immer mal wieder Fragen, über den Sinn zur Entwicklung einzelner Übungen, auf. Häufig sind sie hochinteressant, weil die Fragen teilweise neue Perspektiven aufzeigen. Für den Fragenden selbst sind die Antworten häufig wenig nutzbar, die Antwort kann den jeweiligen Horizont der Technikentwicklung übersteigen.

Das Meistern von Techniken, also Fertigkeiten kann in fünf Schritte eingeteilt werden:

Die Entwicklung der Bewegungsvorstellung

Das Kennenlernen neuer Bewegungsmuster beruht immer auf einer möglichst klaren Vorstellung des Ablaufs. In Abhängigkeit der eigenen Wahrnehmungstiefe sowie der Komplexität der Herausforderung sollten sinnreiche Unterteilungen vorgenommen werden.

In dieser ersten Stufe ist die Bewertung während des Übens am günstigsten im Anschluss an das Üben. Das auch nur insoweit sie das eigene Befinden betrifft.

Besonders die Frage nach der Effektivität sollte in dieser Phase keinerlei Beachtung finden, insofern nicht entsprechende Vorerfahrungen Rückschlüsse erlauben. Besonders effizient kann hier das immer wiederkehrende mentale Durchlaufen der Techniken wirken. Das ist, für andere kaum wahrnehmbar, in vielen Situationen möglich und kostet immer nur einen Moment. Sich häufig einen solchen Moment zu nehmen kann das körperliche Üben deutlich erleichtern.

Die Entwicklung der Grobform

Mit steigender Sicherheit im Bewegungsablauf haftet sich die Konzentration immer mehr an wechselnde Abschnitte in der Technik. Die Aufmerksamkeit liegt auf der Koordination der Füße und Hände, also in der Peripherie, im Außen. Das Gesamtbild erschließt sich häufig erst in der Summe der Details. Mit steigender Übungserfahrung rückt das eigene Befinden, die Haltung immer mehr in den Vordergrund.

Während dem sich die Grobform entwickelt, können wir bereits sehr viel über uns erfahren. Wir koordinieren den Körper und es zeigen sich die unbewussteren Bereiche.

Die Entwicklung der Feinform

Immer mehr rücken die eigenen Bewegungsimpulse zusammen und wir erfahren unser Zentrum als Kern jeder Bewegung. Empfindungen zur Positionierung, Winkel und Distanz, werden im Kontakt gut spürbar. Prinzipien im Techniksystem treten hervor, Zusammenhänge können sich erschließen. Die Techniken, und damit wir selbst, werden fließender und der Fokus kann sich wieder weiten.

Die Entwicklung von Variationen

Das Gesamtbild wird insgesamt stimmiger und wir beginnen die Techniken immer mehr als Werkzeug zu erfahren. Die Bewegungsvorlagen werden zunehmend der momentanen Situation angepasst.

Wir lernen die Techniken in großen oder kleinen Bahnen zu führen, zwischen harter und weicher Ausführung zu wechseln. Lücken werden erkannt, geschaffen oder geschlossen.

Eine Technik geht in die nächste über, weil ein Versuch in einer Sackgasse endete, Verkettungen entstehen.

Die Entwicklung der Anwendung

Allmählich können die Anforderungen und damit der „Stresslevel“ gesteigert werden. Varianten, die fordernder sind, in Bezug auf die Vervielfachung der wirkenden Kräfte oder der Zeitdauer, finden in dieser Phase erhöhte Beachtung.

Wir sind primär in der Anwendung der Prinzipien gefordert. Da sich Körper und Geist wechselseitig beeinflussen, ist die Praxis weniger an der Technik orientiert und auf der Matte. Die Prinzipien werden verinnerlicht und wirken mehr und mehr unterbewusst, unmerklich fast in unserem Alltag, fern ab von vermeintlichen Kampfsituationen…

Diese abstrakte Einteilung dient vor allem dazu, einen groben Überblick über den Weg zum Meistern der Techniken zu geben.

Ineinander übergehende Phasen erschweren eine strikte Abgrenzung genau so, wie die Vielzahl der Bewegungsabläufe, die in unterschiedlicher Intensität geübt wurden.

Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, der geneigte Leser möchte sich an diesen Impulsen ein wenig orientieren.

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